Energiepreispauschale: Geplante Auszahlung an Arbeitnehmer (auch an Minijobber!)

Arbeitnehmer erhalten die Energiepreispauschale vom Arbeitgeber, wenn sie am

  • 1. September 2022
  • in einem gegenwärtigen ersten Dienstverhältnis stehen und
  • in eine der Steuerklassen 1 bis 5 eingereiht sind oder nach § 40a Absatz 2 EStG als Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber pauschal besteuerten Arbeitslohn beziehen. Die pauschalbesteuerten Arbeitnehmer müssen dem Arbeitgeber schriftlich bestätigen, dass es sich beim auszahlenden Arbeitgeber um das erste Dienstverhältnis handelt.
  • Arbeitgeber haben an Arbeitnehmer die Energiepreispauschale grundsätzlich im September 2022 auszuzahlen. (Ausnahmen z.B. für Quartalsmelder)
  • Die vom Finanzausschuss beschlossene Regelung stellt sicher, dass die Auszahlung der Energiepreispauschale und Verrechnung mit der Lohnsteuer für den Arbeitgeber liquiditätsschonend ausfallen (vgl. BT-Drs. 20/1765).

Beispielsweise gilt für „Quartalsanmelder“: Sie verrechnen den Betrag für die Energiepreispauschale mit dem Gesamtbetrag der für das 3. Quartal einzubehaltenden Lohnsteuer. Dies erfolgt in der Lohnsteuer-Anmeldung, die bis zum 10.10.2022 abzugeben ist. Für die Auszahlung an die Arbeitnehmer haben die „Quartalsanmelder“ eine Option: Entweder sie zahlen die Energiepreispauschale mit dem Gehalt für September aus. Alternativ können sie die Pauschale mit dem Arbeitslohn für Oktober auszahlen. Dies würde ihre Liquidität schonen.

Übersteigt die insgesamt zu gewährende Energiepreispauschale den Betrag, der insgesamt an Lohnsteuer abzuführen ist, wird der übersteigende Betrag dem Arbeitgeber von dem Finanzamt, an das die Lohnsteuer abzuführen ist, aus den Einnahmen der Lohnsteuer ersetzt.

Der Entwurf des Steuerentlastungsgesetzes 2022 geht am 20.5.2022 durch den Bundesrat.

Quelle: BT-DRS: 20/1765

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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