Referentenentwurf zur Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung

Für die Anfertigung von Erklärungen zur Feststellung nach dem Bewertungsgesetz oder dem Erbschaft- oder Schenkungsteuergesetz erhalten Steuerberaterinnen und Steuerberater nach § 24 Absatz 1 Nummer 11 der StBVV 1/20 bis 18/20 einer vollen Gebühr nach Tabelle A, dabei ist Gegenstandswert grundsätzlich der erklärte Wert.

Für alle Länder, die bei der Grundsteuerreform das Bundesmodell anwenden, ist § 24 Absatz 1 Nummer 11 StBVV anwendbar, da ein Grundsteuerwert, vergleichbar dem bisherigen Einheitswert, festgestellt wird und die Rechtsgrundlage für die Feststellung im Bewertungsgesetz verankert ist.

Im Bereich des Grundvermögens haben sich einige Länder jedoch für ein wertunabhängiges Modell entschieden, dessen Rechtsgrundlage sich aus dem jeweiligen Landes-Grundsteuergesetz ergibt.

Für Erklärungen im Zusammenhang mit dem ab dem Jahr 2025 anzuwendenden Grundsteuerrecht können Steuerberaterinnen und Steuerberater in den betroffenen Ländern daher nicht nach der gegenwärtigen Fassung des § 24 Absatz 1 Nummer 11 StBVV abrechnen.

Mit dieser Verordnung zur Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung soll § 24 Absatz 1 StBVV dahingehend angepasst werden, dass eine gleichmäßige Berechnung der Gebühr für Erklärungen im Zusammenhang mit dem ab dem Jahr 2025 anzuwendenden Grundsteuerrecht in allen Ländern gewährleistet wird.

Für die Berechnung einer Gebühr für Erklärungen im Zusammenhang mit dem ab dem Jahr 2025 anzuwendenden Grundsteuerrecht wird in § 24 Absatz 1 StBVV eine neue Nummer 11a eingefügt. Sofern kein Grundsteuerwert vorliegt, wird ein fiktiver Grundsteuerwert für die Berechnung der Gebühr zugrunde gelegt.

§ 24 Absatz 1 Nummer 11

Für die Anfertigung von Erklärungen zur Feststellung nach dem Bewertungsgesetz oder dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz erhalten Steuerberaterinnen, Steuerberater und Steuerbevollmächtigte nach § 24 Absatz 1 Nummer 11 StBVV 1/20 bis 18/20 einer vollen Gebühr nach Tabelle A, dabei ist Gegenstandswert der erklärte Wert, jedoch mindestens 25 000 Euro. Ausgenommen sind Erklärungen im Zusammenhang mit dem ab dem Jahr 2025 anzuwendenden Grundsteuerrecht.

Für die Berechnung der Gebühr gilt der neu eingefügte § 24 Absatz 1 Nummer 11a StBVV.

§ 24 Absatz 1 Nummer 11a – neu –

In Ländern, in denen nach dem Bewertungsgesetz oder den jeweiligen Landesgesetzen ein Grundsteuerwert festgestellt wird, ist nach § 24 Absatz 1 Nummer 11a StBVV Gegenstandswert der Grundsteuerwert, jedoch mindestens 25 000 EUR.

In den Ländern, in denen abweichend vom Bundesmodell auf Grundlage jeweiliger Landes-Grundsteuergesetze kein vergleichbarer Grundsteuerwert vorliegt, wird ein fiktiver Grundsteuerwert für die Berechnung der Gebühr ermittelt und zugrunde gelegt. Dieser beträgt ebenfalls mindestens 25 000 EUR. Dieser fiktive Grundsteuerwert wird mittels einer einfachen und praktikablen Berechnung ermittelt, indem der Grundsteuermessbetrag durch die Grundsteuermesszahl nach § 15 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe a GrStG dividiert wird. Die Grundsteuermesszahl beträgt damit für die Berechnung derzeit 0,00031.

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Von einem Inkrafttreten zum Quartalsbeginn wird abgesehen, da Feststellungserklärungen bereits ab 1. Juli 2022 abzugeben sind und die Mandatserteilung in der Regel bereits vor diesem Zeitpunkt erfolgt.

Quelle: Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen, Vierte Verordnung zur Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung Bearbeitungsstand: 03.03.2022 11:51

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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