18. Dezember: Künstlersozialabgabe

Wer selbstständige Künstler beschäftigt, muss an die sogenannte Künstlersozialabgabe entrichten. Sie beträgt derzeit 4,2 % und bleibt auch 2022 stabil bei 4,2 %.

Zur Bemessungsgrundlage gehören alle Zahlungen für publizistische oder künstlerische Leistungen wie:

  • Honorare, Gagen, Tantiemen
  • Sachleistungen
  • Lizenzzahlungen
  • Auslagen (Telefon und Fracht)
  • Nebenkosten (Material, Entwicklung und nicht künstlerische Nebenleistungen)
  • Zahlungen aus Kommissionsgeschäften

Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören:

  • Gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer
  • Reisekosten
  • Steuerfreie Aufwandsentschädigungen (bspw.: Übungsleiterpauschale seit 2021: 3.000,00 EUR/Jahr, bis 2020: max. 2.400,00 EUR/Jahr)
  • Zahlungen an Urhebergesellschaften (Gema, VG Wort etc.)
  • Zahlungen an juristische Personen (GmbH, AG, e. V., öffentliche Körperschaften und Anstalten)
  • Zahlungen an eine Kommanditgesellschaft (KG)
  • Zahlungen an eine GmbH & Co. KG
  • Zahlungen an eine offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Gewinnzuweisungen an Gesellschafter
  • Nachträgliche Vervielfältigungskosten (Druckkosten) gehören nicht zum abgabepflichtigen Entgelt, wenn es sich um Leistungen handelt, die für sich genommen nicht künstlerisch sind und erst nach Abschluss der künstlerischen Leistung oder Erstellung des künstlerischen Werkes anfallen und für den Erhalt oder die Möglichkeit zur Nutzung des Werkes nicht erforderlich sind

Die Künstlersozialkasse-Prüfungen werden von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und der Künstlersozialkasse (KSK) vorgenommen. Die KSK hat ein eigenes Prüfrecht, um branchenspezifische Schwerpunktprüfungen und anlassbezogene Prüfungen selbst durchzuführen.

Wer einmal bei der Künstlersozialkasse geführt ist, muss ggf. auch eine Nullmeldung abgeben.

Durch das Künstlersozialabgabestabilisierungsgesetz (KSAStabG) wurde zum 01.01.2015 eine Geringfügigkeitsgrenze eingeführt. Solange die Bemessungsgrundlage für die kumulierten Leistungen aller Künstler/Publizisten an Eigenwerber und Unternehmer, die nach der Generalklausel abgabepflichtig sind, im Jahr EUR 450,00 nicht übersteigt, gelten die Aufträge kraft Gesetzes als „nur gelegentlich“ und unterliegen danach nicht der Künstlersozialabgabe. Diese Regelung gilt nicht rückwirkend.

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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