BMF: Gewerbesteuerlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der andauernden Auswirkungen des Coronavirus

Zur Berücksichtigung der andauernden Auswirkungen des Coronavirus bei der Festsetzung des
Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen gilt Folgendes:

Auch das Finanzamt kann bei Kenntnis veränderter Verhältnisse hinsichtlich des Gewerbeertrags für den laufenden Erhebungszeitraum die Anpassung der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen veranlassen. Das gilt insbesondere für die Fälle, in denen das Finanzamt Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen anpasst.

Vor diesem Hintergrund können nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffene Steuerpflichtige bis zum Juni 2022 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen 2021 und 2022 stellen.

Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen sind keine strengen Anforderungen zu
stellen. Diese Anträge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die
entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können.

Nimmt das Finanzamt eine Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der
Vorauszahlungen vor, ist die betreffende Gemeinde hieran bei der Festsetzung ihrer
Gewerbesteuer-Vorauszahlungen gebunden.


Für etwaige Stundungs- und Erlassanträge gilt auch im Hinblick auf einen möglichen
Zusammenhang mit Auswirkungen des Coronavirus, dass diese an die Gemeinden und nur
dann an das zuständige Finanzamt zu richten sind, wenn die Festsetzung und Erhebung der
Gewerbesteuer nicht den Gemeinden übertragen worden ist.

Quelle: BMF Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 9. Dezember 2021

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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