Keine Liebhaberei: PV-Anlage auf eigenem Haus

Das Finanzgericht Thüringen hat in seinem Urteil ei dem Betrieb einer Photovoltaikanlage  der Beweis des ersten Anscheins dafür spricht,  dass die Anlage in der Absicht der Gewinnerzielung betrieben wird. Das gilt auch dann, wenn infolge eines hohen Kaufpreises für die hochwertige Anlage, der auf eine Nutzungsdauer von 20 Jahren vorgenommenen AfA und infolge der im Anschaffungsjahr 2013 vergleichsweise niedrigen Einspeisevergütung in den ersten Jahren fast durchgehende Verluste erzielt werden, wenn der erzeugte Strom überwiegend zur Deckung des privaten Strombedarfs genutzt wird und wenn sich der Steuerpflichtige vor dem Kauf auf die Renditeangaben der Hersteller von PV-Anlagen verlassen und kein schlüssiges betriebswirtschaftliches Konzept für die künftigen Erträge erstellt hat.

Das Finanzgericht  führt weiter aus, dass selbst in Fällen, in denen die Ergebnisprognose negativ ist, eine Liebhaberei nur in Betracht komme, wenn die Tätigkeit auf einkommensteuerrechtlich unbeachtlichen Motiven beruht und sich der Steuerpflichtige nicht wie ein Gewerbetreibender verhält, z.B. wenn die verlustbringende Tätigkeit aus dem Bereich der allgemeinen Lebensführung und persönlichen Neigungen liegenden Gründen (weiter) ausgeübt wird.

Das Urteil ist rechtskräftig. Die beim Bundesfinanzhof eingelegte Revision wurde wieder zurückgenommen.

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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