Steuertipp: Kontrollen bei Kapitalanlagen

 

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Finanzämter verschaffen sich schon seit Jahren zunehmend Informationsquellen über die erzielten Kapitalerträge von Anlegern.

Bereits seit 1999 melden Banken, wie viel sie auf Grund von Freistellungsaufträgen, also ohne Steuerabzug, ihren Kunden ausbezahlen. Diese Information beinhaltet nicht nur Erträge, sondern auch den Namen des Kontoinhabers und die Bankverbindung, und damit Daten, auf die Finanz- und Sozialbehörden zugreifen können: Seit 2009 umfasst die Meldung auch Börsen- und Terminmarktgewinne, die der Abgeltungsteuer unterliegen. Zuvor wurden Spekulationsgeschäfte nicht gemeldet.

Sparer müssen bei seit Neujahr 2011 neu eingereichten Formularen zwingend ihre bundeseinheitliche Steueridentifikationsnummer angeben. Gemäß § 45d Einkommensteuergesetz wird dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) jährlich der tatsächlich in Anspruch genommene Freistellungsbetrag gemeldet, d.h. welche Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne die Banken aufgrund vorliegender Freistellungsaufträge brutto ohne Abgeltungsteuer ausbezahlen.

Mit der Steueridentifikationsnummer lassen sich die Kapitalerträge effektiv und zielgerichtet einzelnen Personen zuordnen und es fällt schneller auf, wenn ein Sparer bei verschiedenen Banken ein Freistellungsvolumen oberhalb der erlaubten 801 € pro Person angibt.

Zum Jahresende werden alle über einen Steuerpflichtigen eingehenden Datensätze abgeglichen. So kann festgestellt werden, ob die Höchstbetragsgrenze eingehalten wurde. Bei Überschreitung der Grenze erfolgt eine Kontrollmeldung an die jeweiligen Länder.

An Silvester 2010 vorliegende Freistellungsaufträge bleiben ohne Steueridentifikationsnummer zunächst bis Ende 2015 weiter wirksam. Sollen  die Freistellungsaufträge ab 2016 weiterhin gültig sein, muss den  Banken bis Ende 2015 die Steueridentifikationsnummer mitgeteilt werden.

Zwar kann der Sparer diesem automatisierten Verfahren der Meldung an das BZSt widersprechen, doch dann wird sein Freistellungsauftrag 2016 wirkungslos und Abgeltungsteuer fällt ab dem ersten Euro Zinsen an.

Das  Mandantenmerkblatt „Kontrollen bei Kapitalanlagen und Selbstanzeige“ können Sie sich hier herunter laden.

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 Der Inhalt ist nach bestem Wissen und dem aktuellen Kenntnisstand erstellt worden. Haftung und Gewähr sind ausgeschlossen. Diese bleiben der Einzelberatung vorbehalten.

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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