Steuertipp: Erholungsbeihilfe

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Erholungsbeihilfen sind Zuschüsse des Arbeitgebers in Form von Bar- oder Sachbezügen zu den Erholungskosten eines Arbeitnehmers.

Der Arbeitgeber kann, anstelle eines Urlaubsgeldes von z. B. 150 € eine Erholungsbeihilfe  zahlen. Die dann mögliche Pauschalierung mit 25 % löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus. Diese Gestaltung ist im Grundsatz möglich, da Erholungsbeihilfen auch dann pauschalierungsfähig sind, wenn die Zuwendung nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird. Eine Gehaltsumwandlung (zukünftige Vereinbarung vor dem Erdienen des umgewandelten Anspruchs) ist – auch sozialversicherungsrechtlich –  zulässig.

Erholungsbeihilfen können nur dann  mit 25 % pauschaliert werden, wenn die Beihilfen insgesamt in einem Kalenderjahr 156 € für den einzelnen Arbeitnehmer, 104 € für dessen Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner und 52 € für jedes Kind nicht übersteigen. Übersteigen die Erholungsbeihilfen diese Beträge, so sind sie in vollem Umfang aus der Pauschalierung mit 25 % herauszunehmen (Freigrenze).  Die mit dem festen Pauschsteuersatz von 25 % besteuerten Erholungsbeihilfen sind beitragsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Beispiel:

Der Arbeitgeber zahlt seinem Arbeitnehmer, verheiratet, zwei Kinder, im Juli 2015 eine Erholungsbeihilfe von 350 €. Der Arbeitnehmer nimmt im August 2015 drei Wochen Urlaub.

Der Arbeitgeber kann die Erholungsbeihilfe mit 25% pauschal besteuern, da sie die Freigrenze von 364 € (156 € für den Arbeitnehmer, 104 € für den Ehegatten und 52 € für jedes Kind) nicht übersteigt. Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Gewährung der Erholungsbeihilfe und dem Urlaub des Arbeitnehmers ist sichergestellt, dass die Erholungsbeihilfe auch tatsächlich für Erholungszwecke verwendet wird. 

Zu beachten ist bei einer solchen Gestaltung, dass der Begriff „Erholungsbeihilfe“ eine Verwendung der Zahlung zu Erholungszwecken erfordert. Es muss also sichergestellt sein, dass die Erholungsbeihilfe auch tatsächlich für Erholungszwecke verwendet wird. Davon kann ausgegangen werden, wenn die Erholungsbeihilfe in zeitlichem Zusammenhang mit der Erholungsmaßnahme (Urlaub) gewährt wird. Der zeitliche Zusammenhang ist dann als gewahrt anzusehen, wenn die Erholungsmaßnahme (Urlaub) innerhalb von drei Monaten vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird; dabei kann der Urlaub auch zu Hause verbracht werden. Entsprechendes gilt, wenn in diesem Zeitraum eine Anzahlung für eine gebuchte Urlaubsreise geleistet wird. Die Finanzverwaltung hält erfreulicherweise an dieser Vereinfachungsregelung fest, obwohl der Bundesfinanzhof eigentlich erwartet, dass der Arbeitnehmer den Verwendungszweck für die erhaltenen Beträge angibt und Vermutungen über die Mittelverwendung nicht genügen lassen will.

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Der Inhalt ist nach bestem Wissen und dem aktuellen Kenntnisstand erstellt worden. Haftung und gewähr sind ausgeschlossen. Diese bleiben der Einzelberatung vorbehalten.

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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