Aktualisierte Mandanten-Info: Privatnutzung betrieblicher Pkw

Betrieblicher PKW 1

Fahrzeuge können ganz oder nur teilweise betrieblich genutzt werden. Hierzu ist zunächst auf die Beschaffenheit des Fahrzeugs als Unterscheidungskriterium abzustellen. Danach gehören zu den ausschließlich betrieblich nutzbaren Fahrzeugen:

■ Fahrzeuge, die kraftfahrzeugsteuerrechtlich als Zugmaschinen zugelassen sind,

■ Lkw, weil sie üblicherweise nicht für Privatfahrten verwendet werden (Ausnahme: Geländewagen, Vans usw., die nur wegen ihres Gewichts als Lkw eingestuft sind, aber dennoch üblicherweise für private Fahrten genutzt werden),

■ Fahrzeuge, die in erster Linie für den Transport von Gegenständen eingerichtet sind, z. B. Werkstattwagen,

■ Fahrzeuge, die der Unternehmer an Arbeitnehmer oder freie Mitarbeiter als Firmenwagen überlassen hat.

Bei einem Fahrzeug, das nach seiner objektiven Beschaffenheit so gut wie ausschließlich zur Beförderung von Gütern bestimmt ist, braucht keine private Nutzung versteuert zu werden. Maßgebend ist nicht die kraftfahrzeugsteuerliche oder verkehrsrechtliche Einstufung, sondern die Beschaffenheit des Fahrzeugs.

Bei einem Werkstattwagen, der aufgrund seiner objektiven Beschaffenheit und Einrichtung typischerweise so gut wie ausschließlich zur Beförderung von Gütern bestimmt ist, darf das Finanzamt keine private Nutzung unterstellen. Liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass das Fahrzeug tatsächlich privat genutzt wurde, ist auch keine Privatnutzung anzusetzen.

Bei diesen Fahrzeugen wird eine betriebliche Nutzung zu 100 % wegen ihrer Beschaffenheit unterstellt, der Vorsteuerabzug ist deshalb ebenfalls zu 100 % möglich.

Unternehmer können Fahrzeuge, die nach ihrer Beschaffenheit geeignet sind, sowohl für betriebliche als auch für private Zwecke genutzt zu werden, bei einer betrieblichen Nutzung zwischen 10 % und 50 %

a) ihrem Betriebsvermögen zuordnen oder

b) als Privatfahrzeug behandeln.

An dieser Stelle soll auf die Nutzung als Betriebsfahrzeug abgestellt werden, wobei zu unterscheiden ist, ob das Fahrzeug an einen Arbeitnehmer überlassen wird oder vom Unternehmer zu 100 %, zu mehr als 50 % oder zu 50 % und weniger betrieblich genutzt wird.

Die bloße Behauptung, dass ein Fahrzeug nicht für Privatfahrten genutzt wird oder die Privat-fahrten ausschließlich mit einem anderen (privaten) Fahrzeug durchgeführt werden, reicht nicht aus. Denn üblicherweise wird ein Pkw selbst dann, wenn ein anderes Fahrzeug zur Verfügung steht, auch für Privatfahrten verwendet. Selbst bei einem Taxi unterstellt das Finanzamt eine private Mitnutzung. Ein davon abweichender Sachverhalt muss nachgewiesen werden, was in der Regel nur mit einem Fahrtenbuch möglich sein wird. Hat der Unternehmer mehrere Firmen-PKW, kann er die Privatfahrten nur dann problemlos abgrenzen, wenn er für jedes Fahrzeug ein Fahrtenbuch führt. Bei mehreren Firmen-PKW, die überwiegend betrieblich genutzt werden, hat der Unternehmer die Wahl. Er kann

■ für ein Fahrzeug ein Fahrtenbuch führen und

■ bei einem anderen Fahrzeug die pauschale 1 %-Methode anwenden.

Ohne Fahrtenbuch muss er für jedes Fahrzeug, das auch privat genutzt wird, die pauschale 1 %-Methode anwenden.

Die Kosten für einen Firmenwagen, den der Unternehmer seinem Arbeitnehmer zur Nutzung überlässt, zieht er immer zu 100 % als Betriebsausgaben ab. Die Aufwendungen, die auf die Privatfahrten des Arbeitnehmers entfallen, erfasst er als geldwerten Vorteil, den der Arbeitnehmer als Arbeitslohn versteuern muss.

Einen Überblick über das Thema gibt die  aktualisierte Mandanten-Info:  „Privatnutzung betrieblicher Pkw“. Diese  können sich registrierte Nutzer unter http://www.sibilledecker.de/Mandanten-Info-nur-fuer-registrierte-Nutzer herunterladen. Noch nicht registriert? Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten.

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Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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