Betriebsausgabenabzug von Aufwendungen für Luxus-Sportwagen

Ein Fahrzeug, das für den Unternehmer durchgehend horrend hohe Kosten verursacht, ist weder geeignet noch dazu bestimmt,  den Betrieb zu fördern. Zwar ist der Unternehmer grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, welche und wie viele Fahrzeuge er für betriebliche Zwecke anschafft. Allerdings obliegt es ihm auch, darzulegen und glaubhaft zu machen, dass es betriebliche  und eben keine privaten Gründe waren, das Fahrzeug zu erwerben.

Als Betriebsausgaben zu berücksichtigen sind lediglich die Kosten für die tatsächlich durchgeführten betrieblichen Fahrten mit dem Fahrzeug, diese jedoch nur in angemessener Höhe.

Die Berücksichtigung von Kfz-Kosten als Betriebsausgaben setzt die Zugehörigkeit des Fahrzeugs zum Betriebsvermögen voraus.   Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens können solche des notwendigen oder des gewillkürten Betriebsvermögens   sein.

Voraussetzung hierfür notweniges Betriebsvermögen ist, dass das Wirtschaftsgut dem Betrieb  in dem Sinne dient, dass es objektiv erkennbar zum unmittelbaren Einsatz im Betrieb selbst bestimmt ist.

Wirtschaftsgüter, die weder notwendiges Betriebsvermögen noch  notwendiges Privatvermögen sind, können als gewillkürtes Betriebsvermögen berücksichtigt werden, wenn sie objektiv geeignet  und vom Betriebsinhaber erkennbar dazu bestimmt sind, den Betrieb zu fördern. Ein freies Wahlrecht zur betrieblichen Zuordnung besteht jedoch nicht. Eine objektive Förderungsmöglichkeit für den Betrieb fehlt, wenn erkennbar ist, dass das Wirtschaftsgut dem Betrieb keinen Nutzen bringt.

Dies ist bei einem Kraftfahrzeug jedenfalls dann der Fall, wenn es dem Betrieb aufgrund seiner  Beschaffenheit und seiner Zweckbestimmung nicht dauernd und uneingeschränkt dienen kann und soll, und die Gründe für die Anschaffung  im privaten Bereich liegen.

Beim Erwerb eines Luxussportwagens, dessen jährliche Kostenlast in einem unausgewogenen  Verhältnis zum Umfang der tatsächlich betrieblichen Nutzung steht, ist bei typisierender Betrachtung regelmäßig davon  auszugehen, dass die Anschaffung privat veranlasst war. Allein die subjektive Bestimmung eines Wirtschaftsguts zum Betriebsvermögen  reicht nicht aus.

Im Streitfall wollte ein Fachtierarzt für Kleintiere die Ausgaben für einen 400 PS Ferrari Spider als Betriebsausgaben einkommensteuerlich geltend machen. 

Allerdings obliegt es ihm auch, darzulegen und glaubhaft zu machen, dass es betriebliche   und eben keine privaten Gründe waren, das Fahrzeug zu erwerben. Derartige betriebliche Motive hat der Tierarzt nach Ansicht des Gerichts  nicht dargelegt. Insbesondere war für das Gericht nicht erkennbar, welcher betriebliche Nutzen für den Kläger bestanden haben soll, im Rahmen seiner Tätigkeit als Fachtierarzt für Kleintiere neben einem Multivan ein weiteres (Luxus-)Fahrzeug in die betriebliche Sphäre zu überführen. Auch war nicht erkennbar, inwieweit der mit dem Ferrari verbundene Repräsentationsaufwand für den Geschäftserfolg des Klägers als weithin anerkannter Tierarzt  von Bedeutung   sein könnte, da es gerade in dieser Branche nach dem Verständnis des Senats für die Kunden bzw. Tierhalter  überhaupt nicht   darauf ankommt, welches Auto der behandelnde Tierarzt fährt.

Die Anschaffung  eines solchen Luxus-Sportwagens vom Typ Ferrari  ist nach Ansicht des Gerichts nur aus den privaten Neigungen des Klägers heraus verständlich. Deshalb dürfen  sich die Kosten für dieses Fahrzeug  nur insoweit gewinnmindernd auswirken, als sie einen angemessenen Betrag nicht überschreiten.

Zur Ermittlung noch angemessener Betriebskosten eines PKW hat das Gericht die Kosten für aufwändigere Modelle gängiger Marken der Oberklasse (BMW und Mercedes-Benz) zum Vergleich herangezogen.

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Foto: © lassedesignen – Fotolia.com -Quelle: Finanzgericht Nürnberg  v. 27.01.2012 – 7 K 966/2009/ Der Inhalt ist nach bestem Wissen und dem aktuellen Kenntnisstand erstellt worden. Haftung und Gewähr sind ausgeschlossen. Diese bleiben der Einzelberatung vorbehalten.

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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