Dauerfristverlängerung für Umsatzsteuer-Vorauszahlungen

Grundsätzlich ist jeder Unternehmer zur Abgabe einer Umsatzsteuerjahreserklärung verpflichtet.

Zusätzlich hat der Unternehmer bis zum 10. Tag nach Ablauf jedes  Voranmeldungs-zeitraums eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben, in der er die Umsatzsteuer für den  Voranmeldungszeitraum selbst zu berechnen hat.

Der Unternehmer kann jedoch auch von der unterjährigen Abgabepflicht befreit werden, wenn die Steuer im Vorjahr nicht mehr als 1.000 € betragen hat. Der Umsatzsteuer-Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr, soweit die Steuer im Vorjahr zwischen 1.000 € und 7.500 € betragen hat.

Wenn die Summe der Vorauszahlungen des Jahres  mehr als 7.500 € betragen hat,  ist der Voranmeldungszeitraum der Kalendermonat.

Für 2012 gilt somit folgende Tabelle:

Umsatzsteuerzahllast im 2011
Voranmeldungszeitraum für  2012
Abgabe
≤ 1.000 €
Befreiung von der  unterjährigen Abgabepflicht, bei begründetem Antrag ist eine Umstellung auf quartalsweise Voranmeldung möglich
am 31.05.2013
 1.000 € < USt-Zahllast ≤ 7.500 €
 Abgabe der Voranmeldungen
quartalsweise
 am 10.04.2012, 10.07.2012, 10.10.2012,  10.01.2013
> 7.500  €
Abgabe  der Voranmeldungen
monatlich
am 10. Tag des Folgemonats
> ./. 7.500  €
Wahlrecht des  Unternehmers bis 10.02. 2012 (Ausschlussfrist!)seine Voranmeldungen monatlich abzugeben.                    (Bindungsfrist: ein Kalenderjahr)
10.04.2012, 10.07.2012, 10.10.2012, 10.01. 2013 oder 31.05.2013
  Neugründungen
monatliche Abgabe  der Voranmeldungen
10. Tag des  Folgemonats

Die Eingruppierung der Unternehmer erfolgt von Amts wegen im Februar des Folgejahres.

Gegen Zahlung einer Sondervorauszahlung kann ein Unternehmer beantragen, dass die Frist zur Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung dauerhaft um einen Monat verlängert wird, d.h. die Voranmeldung und auch die Vorauszahlungen sind dann einen Monat später fällig.

Beispiel: Ein Unternehmer muss seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich abgeben.  Die Summe seiner Steuervorauszahlungen  in 2011 beträgt 11.000 €. Er möchte in 2012 zum ersten Mal die Dauerfristverlängerung in Anspruch nehmen.

Der Unternehmer muss bis zum 10.02.2012 einen Antrag beim Finanzamt stellen, dann kann er seine Voranmeldungen und Vorauszahlungen jeweils einen Monat später abgeben.  Die Fristverlängerung ist bei monatlichem Voranmeldungszeitraum  davon abhängig, dass  eine Sondervorauszahlung in Höhe eines Elftels, d.h. 1.000 €, angemeldet und bis zum 10.2. 2012 gezahlt wird. Diese Sondervorauszahlung wird dann auf die am 11.02.2013 fällige Vorauszahlung  für Dezember 2012 angerechnet.

Beispiel: Die Umsatzsteuer des Unternehmers betrug in 2011 3.000 €. Er möchte in 2012 zum ersten Mal die Dauerfristverlängerung in Anspruch nehmen.

Sein Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Er muß seine Umsatzsteuer für das erste Quartal 2012 bis spätestens 10.04.2012 anmelden. Er muß seinen Antrag auf Dauerfristverlängerung bis zum 10.04.2012  stellen. Er hat jedoch keine Sondervorauszahlung zu leisten, da er die Voranmeldungen nicht monatlich abgeben muß.

Beispiel: Der Unternehmer  gründet zum 01.01.2012 seinen Betrieb. Für 2012 erwartet er eine Umsatzsteuerschuld in Höhe von 11.000 €. Er möchte die Dauerfristverlängerung beantragen.

Als Neugründer ist der Unternehmer verpflichtet seine Umsatzsteuer ohne Rücksicht auf die zu erwartende Umsatzsteuerschuld monatlich voranzumelden. Möchte er die Dauerfristverlängerung bereits für 2012 nutzen, dann muss er den Antrag bis spätestens  10.02.2012 stellen. Er muss seine Sondervorauszahlung auf Grundlage der  zu erwartenden Vorauszahlungen des Jahres 2012 selbst berechnen, anmelden und bis zum 10.02.2012 bezahlen. Sie beträgt 1/11 von 11.000 €= 1.000 €.

Seit 2011 ist der Antrag auf Dauerfristverlängerung elektronisch zu stellen.

Ist der Antrag auf Dauerfristverlängerung einmal gestellt, dann gilt er bis er  durch die Finanzverwaltung widerrufen wird oder der Unternehmer  ihn nicht mehr in Anspruch nimmt. Es muss deshalb nicht jährlich neu gestellt werden.

Beendet der Unternehmer seine unternehmerische Tätigkeit, dann muss  die Sondervorauszahlung in  der Voranmeldung für den Monat angerechnet werden,  in  dem die Betriebsaufgabe erfolgt.

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Der Inhalt ist nach bestem Wissen und dem aktuellen Kenntnisstand erstellt worden.

Haftung und Gewähr sind ausgeschlossen. Diese bleiben der Einzelberatung vorbehalten.

Foto: © zhao zhenguo – iStockphoto.com Elster im Flug vor Tangerinenbaum

Über Sibille Decker

Steuerberaterin
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